Ich möchte hier die Chance nutzen, um mich bei einigen Menschen zu bedanken und gleichzeitig über ein Thema berichten, das mir sehr wichtig ist und mich selber betrifft…
Seit knapp zwei Jahren bin ich nun Mitarbeiterin in diesem Krankenhaus. Ich war vorher lange Zeit im BKH Kufstein auf der Anästhesie und wollte eigentlich meine Arbeit als Krankenschwester beenden. Ich wollte es trotzdem nochmals versuchen und hab dann auf der Kinderstation im Haus angefangen. Für mich war es von Anfang an ziemlich anstrengend und mir war bald klar, dass ich das nicht schaffen werde und ich leider kündigen muss. Ich hatte schon sehr lange den Verdacht, dass ich den Grund dafür bereits weiß und ging schließlich zur Spezialistin -> „Diagnose: Asperger Autismus“. Endlich verstand ich, warum mir gewisse Dinge scheinbar schwerer fielen als anderen, warum ich anders wahrnehme, warum ich nicht so flexibel bin, warum mich Planänderungen so schnell „aus der Bahn“ werfen, warum ich so vieles wörtlich nehme, warum ich keinen Small-Talk mag, warum ich keinen Blickkontakt halte und noch so vieles mehr… ;-)
Ich sprach mit meiner damaligen Chefin Sara Kranebitter und sagte ihr, dass ich leider gehen muss. Ich werde nie vergessen, wie lieb sie in dem Moment war und mich gerne unterstützt hätte, so dass ich hätte bleiben können. DANKE SARA!
Ich persönlich wollte jedoch mir und meinen KollegInnen diese Belastung nicht zumuten und so führte ich auch mit Karoline Rafelsberger ein Gespräch. Ich habe befürchtet, dass sie mir sagt, dass ich gehen muss, aber auch bei diesem Treffen habe ich totales Verständnis und Mitgefühl erfahren und es wurde nach einer Lösung gesucht. Sie hat mir die Anästhesie-Ambulanz empfohlen, da ich hier mit weniger Ablenkungen und Änderungen in Ruhe arbeiten könnte und es doch ausprobieren sollte. VIELEN DANK LIEBE KARO!
Seit Februar 2023 bin ich nur hier auf der Ambulanz und sehr glücklich darüber, dass ich mit meinem jetzigen Chef Hannes Zass und meiner lieben Kollegin Stephanie Haupt ebenso liebe, verständnis- und rücksichtsvolle Personen an meiner Seite habe! Dadurch, dass mein Dienstplan so konstant ist, ich nicht einspringen muss, jeden Tag die gleichen Dienstzeiten habe und ich Unterstützung bekomme, wenn ich sie brauche, fühle ich mich hier sehr wohl! Ich danke euch HANNES und STEPHI ! :-)
Im Mai 2024 hatte ich einen totalen „Overload“ mit anschließendem „Shut-Down“… kurz gesagt: Alles zu viel! Nichts ging mehr! In solchen Phasen neige ich u.a. zu selektivem Mutismus, d.h. ich spreche nicht mehr bzw. nur sehr wenig. Ich brauchte Unterstützung in sehr vielen Bereichen meines Lebens. Hier war mir meine Frau Marie eine großartige Hilfe! Mein „inoffizieller Signalhund“ Mila ist mir ebenso eine große Stütze. Sie zeigt mir zB, wenn ich müde, gestresst, hungrig oder durstig bin, weil ich das in vielen Situationen nicht merke oder nicht darauf achte. Nach einem mehrwöchigen Krankenstand, konnte ich schließlich wieder anfangen zu arbeiten. Vielen Dank an meine zwei hübschen Mädls zuhause!
Ich bin froh, dass es im BKH St. Johann so viele offene, liebe und verständnisvolle Menschen gibt und ich hier einen Platz für mich gefunden habe!
Jessica Hetzenauer